GmbH-Immobilien finanzieren: Welche Banken geben Kredite und wie du sie überzeugst
GmbH-Finanzierungen sind machbar: Regionalbanken finanzieren häufiger als Großbanken. Entscheidend sind Kapitaldienstfähigkeit, ein professionelles Kurzexposé und steuerrechtliche Stabilität. Gesellschafterdarlehen als Eigenkapital-Ersatz ist legal — muss aber marktüblich verzinst sein.
Das Wichtigste in Kürze
- ✓ Volksbanken und Sparkassen finanzieren GmbH-Immobilien häufiger als Großbanken — der persönliche Kontakt zum Vorstand zählt.
- ✓ Ein professionelles Bankgespräch mit Kurzexposé, GuV-Vorschau und Struktur-Übersicht erhöht die Zusagechance deutlich.
- ✓ Gesellschafterdarlehen als Eigenkapitalersatz ist legal — muss aber marktüblich verzinst sein (aktuell ca. 5–7 % p.a.).
- ✓ Die Bank bewertet nicht die Immobilie, sondern dich als Unternehmer: Bonität, Track Record und Kapitaldienstfähigkeit sind entscheidend.
- ✓ Eine Holding als übergeordnete Einheit kann die Finanzierungskonditionen verbessern, weil sie das Eigenkapital mehrerer GmbHs bündelt.
Warum GmbH-Finanzierungen komplizierter sind
Banken finanzieren Immobilien in GmbH-Strukturen grundsätzlich — aber sie machen es oft anders als bei privaten Investoren. Die zentrale Herausforderung: Die GmbH hat (zumindest anfangs) keine Bonität, keine Kredithistorie und keine persönliche Haftung des Gesellschafters, die automatisch greift.
Das bedeutet nicht, dass du keine Finanzierung bekommst. Es bedeutet, dass du die Bankgespräche besser vorbereiten musst.
Welche Banken finanzieren GmbH-Immobilien?
Nicht alle Banken sind gleich aufgestellt. Hier eine Übersicht:
Volksbanken und Raiffeisenbanken: Oft die zugänglichsten für GmbH-Immobilienfinanzierungen — gerade für lokale Investoren. Entscheidungen werden dezentraler getroffen. Persönliche Beziehungen zählen.
Sparkassen: Ähnliches Profil wie Volksbanken. Vorteil: breite Regionalpräsenz. Nachteil: Kreditpolitik teils konservativ.
Privatbanken (Berenberg, M.M. Warburg etc.): Für größere Portfolios (ab 5 Mio. € Gesamtvolumen) interessant. Besseres Verständnis für komplexe GmbH-Strukturen, aber höhere Mindestvolumina.
Spezialisierte Immobilienfinanzierer (PBB, Berlin Hyp etc.): Für professionelle Investoren mit größeren Portfolios. Erfordern höhere Eigenkapitalquoten (25–35 %), bieten aber Erfahrung mit Holding-Strukturen.
Großbanken (Deutsche Bank, Commerzbank etc.): Meist schwieriger für mittelgroße GmbH-Portfolios. Strenge Kreditbeschlussgrenzen und Compliance-Anforderungen.
Was die Bank sehen will
Banken prüfen bei GmbH-Finanzierungen:
1. Kapitaldienstfähigkeit
Die GmbH muss nachweisen, dass die Mieteinnahmen den Schuldendienst (Zinsen + Tilgung) tragen können — typischerweise mit einer Schuldendienstdeckungsquote (DSCR) von 1,2–1,5.
Formel: DSCR = Nettomieteinnahmen / (Zinsen + Tilgung)
Beispiel: Jahresmiete 60.000 €, Zinsen 18.000 €, Tilgung 10.000 € → DSCR = 60.000 / 28.000 = 2,14 → sehr gut.
2. Eigenkapital
Banken erwarten bei GmbH-Finanzierungen meist 20–30 % Eigenkapital. Das kann aus verschiedenen Quellen kommen:
- Gesellschafterdarlehen (muss marktüblich verzinst sein!)
- Einlagen des Gesellschafters
- Gewinne aus anderen GmbH-Immobilien (Thesaurierung)
3. Transparenz der Gesellschaftsstruktur
Holding-Struktur? Muss erklärt und dokumentiert sein. Banken wollen verstehen, wer hinter der GmbH steht und welche anderen Gesellschaften involviert sind.
4. Steuerliche Compliance
Viele Banken fragen neuerdings nach steuerlichen Risiken: Gibt es offene Betriebsprüfungen? Gibt es vGA-Risiken? Ein sauberes steuerliches Fundament (dokumentierte Gesellschafterdarlehen, korrekte Kaufpreisaufteilung) verbessert die Bonität.
Das Gesellschafterdarlehen: Eigenkapital-Ersatz
Was ist ein Gesellschafterdarlehen? Du als Gesellschafter leihst deiner GmbH Geld — dieses fungiert als Eigenkapital-Ersatz, wird aber steuerlich wie Fremdkapital behandelt.
Vorteil: Zinsen auf das Darlehen mindern den GmbH-Gewinn (Betriebsausgabe). Du erhältst Zinseinkünfte — die du wiederum mit Abgeltungsteuer (25 %) versteuerst.
Marktüblicher Zinssatz (entscheidend!): Der Zinssatz muss dem entsprechen, was eine fremde Bank verlangen würde. BFH I R 57/19 hat klargestellt: Ein Zinssatz von 0 % oder 1 % kann zur vGA führen. Marktüblich sind aktuell (2026) ca. 2,5–4,5 %, je nach Laufzeit, Besicherung und Bonität der GmbH.
Formale Anforderungen:
- Schriftlicher Darlehensvertrag (vor der Auszahlung!)
- Klare Laufzeit und Rückzahlungsmodalitäten
- Zinssatz im Fremdvergleich nachvollziehbar
- Tatsächliche Zinsabflüsse (keine Stundung auf unbestimmte Zeit)
Das Bankgespräch: Vorbereitung ist alles
Das Kurzexposé
Bereite für jedes Bankgespräch ein 3–5-seitiges Kurzexposé vor:
- Investorenprofil: Wer bist du, was ist dein Track Record, wie groß ist dein bisheriges Portfolio?
- GmbH-Struktur: Gesellschaftsstruktur, Stammkapital, bestehende Verbindlichkeiten
- Objekt: Lage, Zustand, Mieter, Miethistorie, Leerstandsquote
- Finanzierung: Kaufpreis, gewünschter Kredit, Eigenkapitalnachweis, DSCR-Berechnung
- Steuerliche Struktur: Kurze Erläuterung, warum die GmbH für dieses Investment sinnvoll ist
Eigenkapitalnachweis
Banken wollen sehen, dass das Eigenkapital tatsächlich vorhanden ist — und nicht nur auf dem Papier. Mögliche Nachweise:
- Kontoauszug der GmbH
- Kapitalerhöhungs-Urkunde
- Darlehensvertrag für Gesellschafterdarlehen
Nicht vergessen: Nebenkosten
GmbH-Immobilienfinanzierungen haben höhere Transaktionskosten: Notarkosten für GmbH-Kaufverträge, Grunderwerbsteuer (voll, da kein Grunderwerbsteuer-Privileg bei GmbH-Erwerb in vielen Konstellationen), Bereitstellungszinsen.
Holding als Finanzierungshebel
Die Holding-Struktur kann bei der Finanzierung helfen:
-
Equity Release aus anderen vvGmbHs: Die Holding kann Gewinne aus einer vvGmbH (bereits mit 0,75 % Steuer bei Verkauf) in eine neue vvGmbH als Eigenkapital einbringen.
-
Konzerninterne Darlehen: Holding leiht vvGmbH Eigenkapital — dieser Fluss ist innerhalb des Konzerns steuerlich neutraler als Gesellschafterdarlehen von privat.
-
Haftungsabschirmung: Jede vvGmbH haftet nur mit ihrem eigenen Vermögen. Das gibt Banken Sicherheit und macht die Gesamtstruktur transparenter.
FAQ
Muss ich für die GmbH-Finanzierung persönlich bürgen? Manche Banken verlangen eine Bürgschaft des Gesellschafters — gerade bei jungen GmbHs ohne Kredithistorie. Verhandle darüber: Bei guter Bonität und solider GmbH-Struktur ist eine persönliche Bürgschaft oft vermeidbar.
Welche Eigenkapitalquote brauche ich realistisch? Bei Regionalbanken oft 20–25 %. Bei Spezialfinanzierern für größere Portfolios manchmal 15–20 % möglich, wenn die DSCR sehr gut ist.
Kann ich das Gesellschafterdarlehen auch nachträglich in Eigenkapital umwandeln? Ja — das nennt sich Debt-to-Equity-Swap. Steuerliche Prüfung erforderlich (Kapitalerhöhung aus eigenen Mitteln).
Was tun, wenn die Bank ablehnt? Erst verstehen warum: War es die Bonität der GmbH, das Objekt oder die Eigenkapitalsituation? Dann: Andere Bank, anderes Eigenkapital-Konzept oder Objekt-Optimierung (bessere Mietrendite).
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Wie baue ich eine Immobilien-Holding Schritt für Schritt auf?
Eine Immobilien-Holding baust du so auf: 1. Holding GmbH gründen, 2. vvGmbH als 100%-Tochter der Holding gründen, 3. neue Immobilien direkt in der vvGmbH kaufen. Die Reihenfolge ist entscheidend — wer zuerst die vvGmbH gründet und dann die Holding drüberlegt, riskiert Grunderwerbsteuer.
Welche Banken finanzieren Immobilien in der GmbH — und was musst du wissen?
Nicht alle Banken finanzieren Immobilien in GmbHs — viele Sparkassen lehnen grundsätzlich ab. Volksbanken mit gewerblicher Abteilung und spezialisierte Immobilienfinanzierer sind offener. Der Schlüssel ist die richtige Aufbereitung der Unterlagen.
Häufige Fragen
Welche Banken finanzieren am ehesten GmbH-Immobilien? ▾
Wie bereite ich ein Bankgespräch für meine GmbH vor? ▾
Was ist ein Gesellschafterdarlehen und wann ist es sinnvoll? ▾
Was bedeutet Kapitaldienstfähigkeit für meine GmbH? ▾
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Steuerberater · Fachberater für Immobilienbesteuerung
Spezialisiert auf Immobilieninvestoren seit 15+ Jahren. Holdingstrukturen, Einspruchsverfahren, Familienübertragung — ich kenne die Fallstricke, weil ich selbst investiere.
Veröffentlicht am 20. Februar 2026
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Wie vermeide ich eine Betriebsaufspaltung bei Immobilien?
Eine Betriebsaufspaltung entsteht, wenn dasselbe Gesellschafterkreis eine Immobilie (Besitzunternehmen) an eine operative GmbH (Betriebsunternehmen) vermietet. Folge: Gewerbliche Einkünfte statt Vermietungseinkünfte — Gewerbesteuer auf Mieteinnahmen, Verlust der erweiterten Kürzung.